- – —Kapuziner in Appenzell— – -

"Bilder putzen" - Kapuziner in Appenzell

Warum ein Theater im ehemaligen Kapuzinerkloster?

Drei Gründe, die wir in diesem Zusammenhang aufzeigen möchten:

Das über 400-jährige Wirken der Kapuziner in Appenzell hat eine derartige Bedeutung für unsern kleinen Kanton, dass es sich rechtfertigt, nach einigen Jahren des Wegzugs der Patres sich Gedanken über die Aufgaben und das Leben der Kapuziner im  Kloster zu machen; dies selbstverständlich in Anerkennung, mit Würde und Respekt.

 

Das Klostergebäude steht zum Teil leer. Da drängt es sich ja geradezu auf, diese Räume zu nutzen. Und wenn es schon zu Theateraufführungen über jene Zeit im Kloster kommt, weshalb nicht in diesen Räumen.

 

Das Theaterstück in der Klosterkirche aufzuführen, bedeutet eine schwierige, anspruchsvolle Aufgabe für Autor, Regisseur, Bau und Technik und für alle Mitwirkenden. Die Theatergesellschaft Appenzell will sich diesen Herausforderungen stellen und versucht, mit Herzblut und in Zusammenarbeit mit ausgewählten Fachpersonen im kommenden November 2019 ein interessantes, lehrreiches und auch unterhaltendes Theaterstück auf die Bühne, beziehungsweise in die Kapuzinerkirche, in das Kloster zu bringen.

 

 

Aus der Geschichte: Die Kapuziner in Appenzell

Die Kapuziner haben das Leben in Appenzell über Jahrhunderte mitgeprägt. 1586 sind die ersten Ordensbrüder nach Appenzell berufen worden. Sie waren in der ganzen Ostschweiz nicht nur als Seelsorger, Beichtväter und Prediger unterwegs, sie lehrten ab 1908 auch am Gymnasium und segneten Felder, Alpen und Ställe. Als 1925 ein neues Konventgebäude gebaut werden musste, beschlossen der Kanton Appenzell Innerrhoden und die Schweizer Kapuziner, dass sämtliche Gebäude des Klosters unentgeltlich an die Ordensgemeinschaft übergehen. Für den Unterhalt leistete der Kanton fortan jährlich 4000 Franken. Mit dem Wegzug der letzten Kapuziner 2011 ging das Kloster wieder an den Kanton über.

 

Der ‚Familienbaum’ (Liste der Appenzeller Mönche) zeigt, dass sich die Zahl der Kapuziner in Appenzell wellenartig entwickelt hat. 1960 erreichte das Kloster mit 47 Brüdern die Spitze. Die Mission oder die Schule und schliesslich auch der Aufbruch der katholischen Kirche in den sechziger Jahren gaben für manche den Ausschlag, ins Kloster einzutreten. Dank den Kapuzinern konnten junge Männer aus dem Appenzellerland das Gymnasium St. Antonius besuchen und nach Abschluss der Matura einen akademischen Beruf erlernen.

 

Viele Appenzellerinnen  und Appenzeller bedauern die Schliessung des Klosters. Über Jahrhunderte haben die Kapuziner den Ort geprägt. Bis 1999 betrieben sie mit dem „Kollegium“ die einzige Mittelschule des Kantons. Regelmässig halfen Patres in Pfarreien aus, und für viele Menschen in Not waren sie eine Anlaufstelle.

 

Was der Kanton nun genau mit dem Gebäude macht, ist noch offen. Das Schmuckstück des Hauses ist die einfache Kapuzinerkirche und die Bibliothek mit 25 000 Büchern.