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Das Stück

Das Theaterstück „Bilder putzen“ – Kapuziner in Appenzell  wagt nun den Versuch, die über 400-jährige Geschichte der Appenzell-Kapuziner zu erzählen, ohne dabei die Gegenwart aus den Augen zu verlieren.

  

Nach 425-jährigem Wirken als Seelsorger, Prediger, Erzieher und Lehrer in Appenzell und Umgebung steht das Kloster nun zum Teil leer. Die Gebäude sind an den Kanton zurück gegeben und dieser muss jetzt entscheiden, was damit geschehen soll.

  

Das sind die Tatsachen. Und hier beginnt unser Theaterstück.

 

Regierungsrätin Kurz, die soeben den letzten Guardian verabschiedet und den letzten Schlüssel zurückerhalten hat, überlegt, was mit der ganzen Anlage geschehen soll. Eine eigens eingesetzte Kommission sucht nach einer Lösung. Und die beigezogene Denkmalpflegerin möchte vor allem die Kirche und die Bilder, die sich dort befinden, einmal reinigen lassen, um deren Wert sichtbar zu machen.

Als die Restauratorinnen anfangen das Hochaltarbild „Die Grablegung Christ“ des Mailänder Malers Giulio Cesare Procaccini zu reinigen, wird so auch der Blick frei auf die Entstehungszeit des Werkes. Plötzlich ist man im 17. Jahrhundert und erlebt mit, wie der Bilderstifter Kaspar von Hohenems den Mal-Auftrag erteilt. Auch der Künstler selbst kommt in seinem Atelier zu Wort.

 So ergeben sich immer wieder pointierte Szenen aus der langen Geschichte der Kapuziner in Appenzell. Nach und nach tauchen Figuren, Geschichten und Themen auf, die die Patres und Brüder, aber auch die Menschen in Appenzell und Umgebung beschäftigt haben.

Und man sieht, dass es Themen sind, die uns auch heute noch etwas angehen.

Die Gegenwart mit der Unsicherheit, was mit dem Kloster geschehen soll, das Zögern der Politik und deren Respekt vor der Klostergeschichte sind im Stück ebenso präsent wie der Blick auf die Vergangenheit und die enge Verbindung der Menschen mit ihrer Religion. Durch das Putzen der Bilder verflechten sich heutige Menschen mit ihren Geschichten mit jenen, die vorher lebten und wirkten.

 

Das Theater soll kein trockener Geschichtsunterricht sein. In diesem Theaterstück kommen mit Leben gefüllte Szenen und Musik vor, es geht um Emotionen, Figuren und Geschichten, in denen man sich auf Wesentliches besinnen und vielleicht am Ende fragen kann, welche „Bilder“ man allenfalls bei sich selbst zu putzen vornehmen könnte.

  

Appenzell und Kollbrunn, im März 2019